Dürre in Frankreich: Was die Trockenheit 2026 für die Champagne bedeuten könnte

Dürre, Klimawandel und ein "vielversprechender" Jahrgang – passt das zusammen?

Als ich die Meldung gelesen habe, dass Frankreichs Weinlese durch Dürre bedroht ist, obwohl der Jahrgang 2026 eigentlich als vielversprechend gilt, musste ich kurz schmunzeln. Genau dieses Spannungsfeld – große Erwartungen auf der einen Seite, Wetterextreme auf der anderen – begleitet die Champagne mittlerweile fast jedes Jahr. Ich bin kein Landwirt und erst recht kein Winzer, aber als jemand, der sich privat sehr intensiv mit Champagner beschäftigt, finde ich dieses Thema wahnsinnig spannend. Denn was in den Weinbergen passiert, schmecke ich am Ende im Glas.

Warum Dürre in der Champagne überhaupt ein Thema ist

Man denkt bei Dürre schnell an Südfrankreich oder Spanien, nicht an die eher kühle, regenreiche Champagne. Aber genau das hat sich verändert. Was ich beim Lesen über die Region gelernt habe: Die Champagne war früher fast schon ein Grenzfall für den Weinbau – zu kühl, zu unsicher, dafür mit dieser einzigartigen Kreideböden-Kombination, die für Frische und Mineralität sorgt. Der Klimawandel hat diese "Kühle" in den letzten Jahren spürbar aufgeweicht. Wärmere Frühjahre, frühere Blüte, frühere Lese – und eben auch längere Trockenperioden im Sommer.

Die Kreideböden, für die die Champagne berühmt ist, speichern Wasser eigentlich sehr gut und geben es langsam an die Reben ab. Das war über Jahrhunderte ein Segen. Aber bei extremer, lang anhaltender Dürre stößt auch dieses System an seine Grenzen. Ich vermute, genau das ist der Kern des Problems: Nicht jede Trockenheit ist gleich gefährlich, aber wenn sie sich über Wochen zieht, reicht auch die beste Bodenstruktur irgendwann nicht mehr aus.

Ein "vielversprechender" Jahrgang trotzdem?

Das klingt zunächst widersprüchlich, ist es aber gar nicht. Ich habe beim Verkosten älterer Jahrgänge oft gemerkt: Ausgerechnet die Jahre mit stressigen, trockenen Bedingungen bringen manchmal wunderbar konzentrierte, intensive Trauben. Wasserstress kann für kleinere Beeren sorgen, was wiederum ein höheres Verhältnis von Schale zu Fruchtfleisch bedeutet – und damit mehr Aromen- und Geschmacksdichte. 2018 und 2022 sind für mich persönlich gute Beispiele: beide Jahre mit Trockenphasen, beide mit Champagnern, die ich als sehr reif, sonnig und komplex empfunden habe.

Das Risiko ist aber, dass es zu viel wird. Zu wenig

Fragen zu diesem Beitrag?

Ich erhebe keinen Anspruch auf Fehlerfreiheit, wenn dir etwas auffällt oder du eine Frage hast, schreib sie hier rein.

Powered by The Champagne Guy

Newsletter

Tastings direkt ins Postfach.

Neue Verkostungen, Winzer-Portraits und ehrliche Notizen. Unregelmäßig, nie langweilig, jederzeit kündbar.

Tulip not Flute