Drei Weinberge, ein Jahrgang, ein Winzer: Was mir der Vergleich dreier Blanc de Noirs von Pierre Paillard beigebracht hat
Es gibt diese Momente beim Champagner-Verkosten, in denen einem erst richtig bewusst wird, wie viel Terroir eigentlich bedeutet. Nicht als Marketing-Wort auf einem hübschen Rückenetikett, sondern als tatsächlich schmeckbarer Unterschied im Glas. Genau so ein Moment war es für mich, als ich mir drei Blanc de Noirs von Pierre Paillard aus dem Jahrgang 2021 nebeneinander eingeschenkt habe.
Warum Pierre Paillard für so einen Vergleich überhaupt spannend ist
Pierre Paillard ist eines dieser Häuser, die ich als Enthusiast immer wieder empfehle, wenn jemand fragt, wo man abseits der großen Marken anfangen soll. Die Familie ist in Bouzy zuhause, einem der Grand-Cru-Dörfer der Montagne de Reims, das für seinen Pinot Noir fast schon legendär ist. Was mich an Paillard fasziniert: Sie besitzen Parzellen, die sie einzeln ausbauen und abfüllen, anstatt alles in einem großen Cuvée zu verschmelzen. Das ist keine Selbstverständlichkeit in der Champagne, wo Assemblage traditionell fast wie ein Dogma behandelt wird.
Für mich als Liebhaber ist das die Gelegenheit, etwas zu lernen, das man sonst kaum erleben kann: denselben Rebsorten-Anteil, dasselbe Weingut, denselben Jahrgang – aber unterschiedliche Böden und Lagen. Reinste Terroir-Lehre im Glas, ohne dass man dafür ein Labor bräuchte.
Der Jahrgang 2021 als Testfall
2021 war in der Champagne kein einfaches Jahr. Kühl, feucht, mit Mehltau-Druck und einer sehr späten, kleinen Ernte. Viele Winzer, mit denen ich mich über Verkostungsnotizen austausche, beschreiben den Jahrgang als „klassisch" – mit mehr Säure, weniger Alkohol, strengerer Struktur als die warmen Jahrgänge davor. Genau das macht ihn aus meiner Sicht so interessant für einen Terroir-Vergleich. Wenn die Grundbedingungen anspruchsvoll sind, treten die Unterschiede zwischen den Parzellen oft noch deutlicher hervor, weil weniger „Fett" durch Reife und Zucker alles glattbügelt.
Was ich in den drei Weinen gefunden habe
Ich verkoste diese drei Cuvées nicht mit Laborausrüstung, sondern mit Nase, Zunge und einer Menge Neugier – aber genau das macht für mich den Reiz aus.
Les Maillerettes – die zugängliche Seite von Bouzy
Diese Parzelle liegt näher am Dorf, auf eher lehmig-kalkigem Boden. Im Glas war das für mich der freundlichste der drei Weine: rote Früchte, etwas Kirsche, ein Hauch Brioche. Zugänglich, fast schon einladend. Wenn ich jemandem erklären müsste, wie „klassischer Bouzy-Pinot" schmeckt, würde ich wahrscheinlich bei diesem Wein anfangen.
Les Mottelettes – mehr Kontur, mehr Spannung
Etwas höher gelegen, mit einem höheren Kalkanteil im Boden, wie ich gelesen habe. Für mich hatte dieser Wein spürbar mehr Spannung und weniger Rundung als der erste. Weniger süßes Fruchtbild, dafür mehr Kräuternote und eine steinige, fast salzige Komponente im Abgang. Genau die Art von Champagner, bei der ich merke: Hier ist der Boden zu schmecken, nicht nur die Frucht.
Les Maldoux – die introvertierte Lage
Die dritte Parzelle war für mich die überraschend