Rosé Champagner kaufen: Worauf ich als Enthusiast wirklich achte

Rosé Champagner kaufen: Worauf ich als Enthusiast wirklich achte

Rosé Champagner hat bei mir lange ein Nischendasein gefristet. Ich dachte, das sei eher was für besondere Anlässe, teurer als der Rest, aber nicht unbedingt besser. Mittlerweile sehe ich das anders — aber genau deshalb ist mir auch aufgefallen, wie viel beim Kauf schiefgehen kann, wenn man nicht weiß, worauf man schauen soll. Hier also mein persönlicher Leitfaden, zusammengetragen aus eigener Neugier, vielen Verkostungen zuhause und einigen teuren Lektionen.

Warum ist Rosé Champagner eigentlich anders?

Was mich am meisten fasziniert hat, als ich mich näher damit beschäftigt habe: Rosé ist die einzige Roséweinkategorie weltweit, bei der das Verschneiden von Rot- und Weißwein offiziell erlaubt ist, um die Farbe zu erzeugen. Die meisten Rosé Champagner entstehen genau so — ein Schluck stiller Rotwein (meist Pinot Noir) wird der Cuvée vor der zweiten Gärung beigemischt. Die zweite, seltenere Methode ist die Mazeration, bei der die Traubenschalen kurz mit dem Most in Kontakt bleiben und ihre Farbe abgeben. Ich finde, man schmeckt den Unterschied tatsächlich oft: Mazerations-Rosés wirken auf mich meist kräftiger, roter, manchmal fast wie mit Erdbeere und Kirsche parfümiert, während Assemblage-Rosés eleganter und feiner texturiert daherkommen.

Für mich als Laie war das eine echte Aha-Erkenntnis, weil ich vorher dachte, Rosé sei einfach "Champagner mit ein bisschen Farbe". Tatsächlich steckt da ein eigener kleiner Herstellungsprozess dahinter, der den Preis und die Machart erklärt.

Warum sind klare Flaschen ein Warnsignal?

Das ist der Punkt, an dem ich inzwischen fast reflexartig reagiere, wenn ich Rosé im Regal sehe: Steht er in einer durchsichtigen oder stark getönten Flasche, die die Farbe schön zur Geltung bringt, werde ich skeptisch. Warum? Champagner reagiert extrem empfindlich auf Licht. Dieser sogenannte "Lichtgeschmack" (auf Englisch "lightstruck" oder goût de lumière) entsteht, wenn UV-Licht mit bestimmten Verbindungen im Wein reagiert und einen Geruch erzeugt, der an nasse Wolle oder verbranntes Gummi erinnert. Klingt dramatisch, ist es auch — einmal untergekommen, vergisst man diesen Geruch nicht mehr.

Seriöse Häuser wissen das und füllen ihren Champagner deshalb fast immer in dunkles, oft dunkelgrünes oder braunes Glas ab, das UV-Strahlen abhält. Wenn ich also eine Flasche sehe, bei der man den Rosé von außen komplett bewundern kann, frage ich mich sofort: Wurde hier der Verkaufsästhetik der Vorrang vor der Weinqualität gegeben? Meine persönliche Faustregel: lieber einmal mehr hinschauen, als eine Flasche mit nach Hause zu nehmen, die schon im Supermarktregal unter Neonlicht gelitten hat.

Wie erkenne ich Qualität beim Rosé?

Ein paar Dinge, die ich mir beim Verkosten und Vergleichen angewöhnt habe:

**Auf die Farbe schauen, aber n

Fragen zu diesem Beitrag?

Ich erhebe keinen Anspruch auf Fehlerfreiheit, wenn dir etwas auffällt oder du eine Frage hast, schreib sie hier rein.

Powered by The Champagne Guy

Newsletter

Tastings direkt ins Postfach.

Neue Verkostungen, Winzer-Portraits und ehrliche Notizen. Unregelmäßig, nie langweilig, jederzeit kündbar.

Tulip not Flute